Aktuelles:
Sonderthema Erneuerbare Energien

Aktualisierung zum Thema Windenergie
Biogasanlagen
Windkraftanlagen im Gemeindebereich Pegnitz

Biogas

Aktualisierung zum Thema Windenergie (23.9.2012)

Nach dem Beschluss der Stadtrates Pegnitz den Windpark bei Büchenbach in Eigenregie zu betreiben, stellt sich die Ausgangslage wie folgt dar:

4 WEA kosten zwischen 22 und 24 Mio. € (24 Mio.€ nur, wenn die „Stromernte“ entsprechend hoch ist)
Sie liefern im normalen Fall: 26 Mio. kWh/a,
im schlechten Fall: 24 Mio. kWh/a
im schlechtesten Fall (-15%): 20,4 Mio. kWh/a
Erlöse bei 24 Mio. kWh: 2,22 Mio. €
Man rechnet mit einen 10%igem Sicherheitsabschlag von 26 Mio. kWh, also aufgerundet 24 Mio. kWh
Im schlechtesten Fall geht man von einem nochmaligen 15%igem Abschlag aus:
(Geht man hier von Parkverlusten aus? Diese sind nirgendwo erwähnt. Wer Interesse, kann bei www.robertmelchner.de sich dazu einlesen, er hinterfragt als Windparkbetreiber auch die Windgutachten sehr kritisch.)
Erlöse bei 20,4 Mio kWh: 1,89 Mio. €

Betriebskosten:
Ca. 20 % der Erlöse: ca. 451 000 €, was sehr niedrig ist, durchaus übliche Spanne: 20- 30 % ( siehe www.bwe.de)

Finanzierungskosten:
Ca. 54% der Erlöse: durchschnittlich 1,95 % Zinsen : Laufzeit 20 Jahre; macht bei 24 Mio. €: 1,49 Mio.€/Jahr 22 Mio. €: ca. 1,32 Mio.€/Jahr
In beiden Fällen sind ca. 5,5 % als Kapital(kosten)dienst vorgesehen. Nach neuesten Meldungen sind die Zinsen noch etwas gesunken, was ca. 20 000 € weniger an Aufwendungen verursacht.

Szenario 1:
Schlechter Fall: Kosten bei 22 Mio.€: 1,32 Mio. € + 0,451 Mio.€ = 1,77 Mio.€
Erlöse: 2,22 Mio.€
Nach Rödl &Partner sind es ca. 310 000 € (Es fehlen aber noch ein paar Prozentpunkte: 54% Finanzierung + 20% Betriebskosten + 5 % Gewinn = 79% -> wo sind die anderen 21%? Hier erscheint die Kalkulation von Rödl &Partner nicht vollständig, zumindest haben sie nur diese 3 Zahlen angegeben. Einmal geben sie 5 % Gewinn: ca. 100 000€ an. Die genannten ca. 310 000€ sind dann gut 15% Gewinn. Es fehlen - bei 15 % Gewinn- noch 11% oder ca. 220 000€. Wo sind die einkalkuliert und wenn ja als was? Transparenz?)

Szenario 2:
Schlechtester Fall: Kosten bei 22 Mio.€: 1,32 Mio. € + 0,451 Mio.€ = 1,77 Mio. €
Erlöse: 1,89 Mio. €
Eine Erhöhung der sehr niedrig angesetzten Betriebskosten ( WEAs erfahren im 15- 20 Jahr eine Verdopplung der Betriebskosten zu den üblich eingerechneten 2 % Betriebskostensteigerung pro Jahr) um 10 % der Erlöse also ca. 220 000 € lässt den Gewinn schmelzen. Es bleibt eine höchstens eine schwarze Null übrig. Halten wir uns an das Gutachten:

Rendite:
Nach Rödl &Partner erzielt der Windpark über 20 Jahre einen Überschuss von gut 6 Mio. €, also ca. 310 000 € pro Jahr oder 6,1 % Rendite. Im schlechtesten Fall bleiben 1,62 % Rendite.
Wenn man sich am Kapitalmarkt umsieht, werden Windparks bestenfalls mit 8 % Rendite beworben. Hier haben sie 6,1%Rendite und ca. 5,5% Kapitaldienst. Als Privatanleger, der das Geld voll einbezahlt hat, kommen noch gut 2,5% Steuerersparnis hinzu. D.h. man könnte die Privatanleger mit ca. 14% Renditeerwartung bewerben. Haben sie schon eine solche Werbung gefunden?

Wie riskant ist die Investition?
Wir befinden uns im Bereich eines geschlossenen Fonds. Stiftung Warentest und die Fachzeitschrift „Das Capital“ stufen geschlossene Fonds als hochriskant und als im Bereich des grauen Kapitalmarktes befindlich ein. Sie kaufen eine „Packung“, auf der nur der Preis und einige (zu hinterfragende und/oder marketinggeprägte) Rechenmodelle stehen.
Tiefer gehende Fragen, wie beispielsweise zur detaillierten Erstellung der wichtigen Windgutachten, werden mit Hinweis auf zertifizierte Gutachter beantwortet. Zertifiziert heisst nur, dass sie die Gutachten nach gewissen Spielregeln aufstellen. Woher die Zahlen kommen sagt „zertifiziert“ nichts darüber aus. Man gibt den bay. Windatlas als Quelle an. Den kann jeder googeln.Die Windgutachten aber zeigen Unterschiede von 20 %. Es werden zur Absicherung weitere Gutachten erstellt, dabei wird nur 3 Monate gemessen. Alle Anleitungen zur Errichtung eines Windparks raten einem künftigen Betreiber mindestens ein ganzes Jahr zu messen, bevor sie überhaupt zu planen beginnen. Siehe oben www.robertmelchner.de.

Um die großen Zahlen allgemeinverständlich zu machen, stellt sich die Frage:
Würden Sie 22000 €, die Sie zu 100% fremdfinanzieren müssen, in eine Anlage mit höchstem Risiko stecken, um dann am Ende des Jahres 310 € zu erhalten?
Nach letzten Informationen(Podiumsdiskussion) läuft der Wartungsvertrag nur über 15 Jahre statt über die gesamte Finanzierungslaufzeit. Das ist mehr als riskant, siehe oben (Szenario 2). Aber was ist schon in 15 Jahren? Hauptsache in der Gegenwart wird agiert. Was später kommt ist heute nicht so wichtig.
Bei der Finanzierung erfolgt auch keine 20-jährige Durchfinanzierung, sondern sie ist geteilt in eine Hälfte mit 10-jähriger Zinsbindung und eine Hälfte mit 20-jähriger Zinsbindung. Sollten sich die Zinsen in 10 Jahren mehr als verdoppeln, was bei den heutigen historisch niedrigen Zinssätzen durchaus möglich ist, dann gibt es hier ein dickes Problem mit der Anschlussfinanzierung. Dann fragen wir mal bei den beratenden Firmen nach, warum sie dieses Risiko nicht abgesichert haben.

Die Stadtratsfraktion der FWG ist der Meinung, dass das Risiko kalkulierbar sei und stimmten folglich dem Vorhaben zu.

Biogas

Biogasanlagen (29.01.2012)

Die Freie Wählergemeinschaft Pegnitz (FWG) informiert zur Energiewende.
Im Allgemeinen und speziell zum Thema Biogasanlagen in ländlichen Raum im Besonderen.

Die von der Bundesregierung und folglich auch den Landesregierungen ins Leben gerufene Energiewende wirft die Frage auf, auf welche Art und Weise der ländliche Raum von der Energiewende profitieren kann?

Frage: Welche Möglichkeiten bieten sich im ländlichen Raum zur Energiegewinnung an?

Antwort: Es sind dies immer dezentrale Möglichkeiten, zum Beispiel Photovoltaik (PV), Windkraftanlagen und verschiedene Möglichkeiten der Energiegewinnung mittels Biomasse (Hackschnitzel, Biogaserzeugung).

PV und Windkraftanlagen dienen nur zur reinen Stromerzeugung, hingegen bei Biomasse immer zuerst Energie in Form von Wärme erzeugt wird, was einen großen Vorteil von Biomasse gegenüber den anderen Möglichkeiten darstellt. Bei der Umwandlung von Energie(Wärme) eine andere Form(Strom) entstehen bis zu 70 % Umwandlungsverluste.

Grundsätzlich besteht die Tendenz weg von großen Kraftwerken und hin zu dezentralen, kleineren Einheiten.

Frage: Welche Möglichkeiten zum Einsatz von Biomasse gibt es?

Antwort: Bei Biomasse muss man unterscheiden zwischen
• Holz
• Biogasgewinnung
• Alkohol/ Biodieselerzeugung

Alkohol und Biodieselerzeugung spielen bei uns trotz anfänglich starker Unterstützung keine große Rolle mehr, man sieht in Biogasgewinnung und Holzverwendung die größeren, weil effektiveren Möglichkeiten.

Frage: Welche Möglichkeiten bietet Holz?

Antwort: Hauptsächlich gibt es zwei Möglichkeiten:

1. Holz in Form von Scheitholz.
Jeder der einen Kaminofen oder ähnliches hat, weiß über den Heizwert der einzeln Holzarten und deren Lagerung, Trockengrad etc. Bescheid.

2. Holz in Form von Hackschnitzel
In größeren Mengen bietet sich der Einsatz von Hackschnitzel an. Hier wird in großen Mengen Holz und Holzabfälle ( Äste, Zweige, Hecken etc.) zerkleinert und anschließend getrocknet (Heizwerterhöhung!). Zum Einsatz kommen die Hackschnitzel dann in Blockheizkraftwerken ( z.B.: CabrioSol in Pegnitz, Naturwärme Pegnitz am Kellerberg) oder auch als Heizung im Einfamilien- oder Mehrfamilienhaus.

Frage: Wo liegen die Grenzen?

Antwort: Zu einen liegen die Grenzen im Bereich des Rohstoffes. Wir können nicht mehr Holz verheizen als nachwächst (Stichwort: nachhaltige Forstwirtschaft). Dies wird in Bayern berücksichtigt, es wachsen pro Jahr ca. 6 Mio. Festmeter Holz, 5 Mio. werden genutzt, 1 Mio. kommt in die „Reserve“. Die Folge eine intensiven Holznutzung schlägt sich logischerweise in steigenden Rohstoffpreisen nieder, worüber sich die Möbelindustrie beklagt und erst einmal den Einsatz des Waldes in Form von Möbel und die anschließende Energiegewinnung fordert.

Frage: Wie sieht die Wirtschaftlichkeit aus?

Antwort: Bei einer Hackschnitzelheizung kann man die Kilowattsstunde für ca. 7,5 ct erzeugen. Damit ist man konkurrenzfähig zu einer konventionellen Öl/Gasheizung, auch dann wenn beide Rohstoffe in der Anschaffung teurer werden sollten.

Frage: Welche Möglichkeiten der Biogasgewinnung gibt es?

Antwort: Biogas entsteht immer als Folge eine Gärprozesses. Die im Odel enthaltenen Bakterien nutzen den in den Nutzpflanzen enthaltenen Kohlenstoff, um Biogas zu produzieren. Dies kann man anschließend reinigen und erhält mit ca. 30% Verlust Methangas, das dem fossilen Methangas (Erdgas) gleichwertig ist. Es bieten sich Biogasanlagen in der Nähe von Erdgaspiplines an, um die Transportwegen kurz zu halten. Überhaupt stellt das Ergasnetz einen hervorragendes Speichermedium auch beispielsweise für künstlichgewonnenes Methangas aus Kohlendioxid und Wasserstoff dar.

Eine andere Möglichkeit ist, das gewonnene Biogas vor Ort in einer Heizung zu verbrennen und dann entweder als Wärme zu nutzen oder die gewonnene Wärme in Form von Strom zu nutzen, allerdings mit großen Umwandlungverlusten.

Frage: Welche Vorteile haben Biogasanlagen?

Antwort: Biogasanlagen stellen nahezu rund um die Uhr Energie zur Verfügung. Das nennt man dann Grundlastfähigkeit, was in positiver Weise die Planungs- und Versorgungssicherheit erhöht. Bei PV und Windkraftanlagen ist das nicht der Fall, hier braucht intelligente Stromnetze, die aber erst noch gebaut werden müssen. Die Proteste dagegen sind in allen Medien zu gegenwärtig.

Biogasanlagen sind im ländlichen Raum d a s zentrale Thema bei der Energiewende.

Die Energie wächst vor Ort und wird vor Ort erzeugt und auch vor Ort verbraucht. Die Wertschöpfungskette liegt vor Ort.

Frage: Wie kann eine Biogasanlage finanziert werden?

Antwort: Hier bieten sich ebenfalls Bürgerbeteiligungen in Form von Geldeinlagen in Kapitalgesellschaften an. Hauptkräfte sind in diesem Fall die Landwirte. Sie sind für den Betrieb zuständig. Es ist ähnlich wie bei Windkraftanlagen.

Die Bevölkerung muss informiert und mit ins Boot genommen werden! Es müssen Vor- und Nachteile dargelegt werden und dann entsprechend gehandelt werden!

Frage: Wo sind die Grenzen?

Antwort: Biogasanlage haben den Ruf , dass sie stinken. Diese Problem lässt sich mittels Filtersystemen mittlerweile lösen. Da sich beim Einsatz von Maissilage das meiste Methangas erzeugen lässt, befürchten viele Bürger und Experten, dass wir Monokulturlandschaften von Maisanbau mit negativen Folgen für die Bodenbeschaffenheit etc. sehen werden. Die Tendenz in diese Richtung ist gegeben. Es gilt gegen zu steuern. Auch steht weiterhin das Ackerland nicht in unbegrenzten Flächen zur Verfügung, da der Nahrungsmittelanbau Vorrang genießt.

Aber stillgelegte Flächen zur Energiewende zu aktivieren, warum nicht? Auch müssen die Transportwege kurz gehalten werden.

Am sinnvollsten wäre es, alle vergärbaren biologischen Abfälle zu sammeln – vom Gartenabfall über Speisereste und die zur Vergärung nötigen Odelmengen (wir leben in Franken! ) - und zur Biogasgewinnung zu verwenden. Anschließend kann man die Reste immer noch als Kompost auszubringen.

Fazit: Biomasse ist ein Baustein im Szenario Energiewende. Die Ergebnisse rechtfertigen die Subventionen, wenn auch nur rund 6% des Strombedarfes durch Biomasse erzeugt werden. Da mit Biomasse zuerst Wärme erzeugt wird, ergeben sich bei Biomasse größerer Einsatzmöglichkeiten, nämlich als Heizenergie und Stromenergie. Mit PV und Windkraft kann nur Strom erzeugt werden. Bei Biomasse liegt die Wertschöpfungskette komplett im ländlichen Raum.

Biomasse ist vor allem im ländlichen Raum d a s Instrument im Szenario Energiewende.

Windrad

Windkraftanlagen im Gemeindebereich Pegnitz (23.10.2011)

Die Freie Wählergemeinschaft Pegnitz(FWG) informiert zur Energiewende im Allgemeinen und zu den geplanten Windkraftanlagen im Gemeindebereich Pegnitz im Besonderen.

Die von der Bundesregierung und folglich auch von den Landesregierungen ins Leben gerufene Energiewende wirft die Frage auf, auf welche Art und Weise der ländliche Raum von der Energiewende profitieren kann?

Frage: Welche Möglichkeiten bieten sich im ländlichen Raum zur Energiegewinnung an?

Antwort: Es sind dies immer dezentrale Möglichkeiten, zum Beispiel Photovoltaik (PV), Windkraftanlagen und verschiedene Möglichkeiten der Energiegewinnung mittels Biomasse (Hack-Schnitzel, Biogaserzeugung).

PV und Windkraftanlagen dienen nur zur reinen Stromerzeugung, hingegen bei Biomasse immer zuerst Energie in Form von Wärme erzeugt wird, was einen großen Vorteil von Biomasse gegenüber den anderen Möglichkeiten darstellt. Bei der Umwandlung von Energie(Wärme) eine andere Form(Strom) entstehen bis zu 70 % Umwandlungsverluste.

Grundsätzlich besteht die Tendenz weg von großen Kraftwerken und hin zu dezentralen, kleineren Einheiten.

Frage: Welche Möglichkeiten der Nutzung des Windes bestehen?

Antwort: Es gibt die Möglichkeit einzelner Windräder oder mehrerer Windräder zusammen, das ist dann ein Windpark. Daneben besteht die Möglichkeit von Kleinwindrädern ohne großen Genehmigungsaufwand.

Frage: Gibt es bei uns Möglichkeiten, die Windkraft zu nutzen?

Antwort: Ja, es besteht die Möglichkeit auf ausgewiesenen Vorrangflächen in der Nähe von Leups-West (ca. 27 ha) und im Gebiet Pegnitz Nord-West ( ca. 87 ha) und Teile von Weidensees Nord-Ost ( ca. 44 ha)Windkrafträder aufzustellen.

Frage: Was muss dabei berücksichtigt werden?

Antwort: Es muss genügend Wind wehen, was in den Vorrangflächen der Fall ist. Weiter muss in Bayern 1000m Abstand zum nächsten Wohngebiet und 500m Abstand zum nächsten Mischgebiet eingehalten werden. Auch muss die Lärmentwicklung des Windrades berücksichtigt werden, was sich in den oben genannten Abständen widerspiegelt.

Gerne wird hier der sog. „Disco-Effekt“( Reflexion von Sonnenstrahlen auf dem Rotorflügel) angeführt. Dieser lässt sich durch entsprechende Lackierung und die oben genannte Abstandseinhaltung minimieren bis ausschließen.Windkraftanlagen sind alles andere als Augenweiden in der Landschaft (Stichwort: Verspargelung der Landschaft).

Absolut notwendig ist die Erstellung eines Windgutachtens über 1 Jahr, um von zu optimistischen Verkaufsprognosen von kommerziellen Anbietern nicht – vor allem finanziell- enttäuscht zu werden. (siehe windrad.de) Auch ist es sinnvoll, ein Bodengutachten für das Fundament bezüglich der Tragfähigkeit des Untergrundes erstellen zu lassen.

Die Bevölkerung muss informiert und mit ins Boot genommen werden, es müssen Vor- und Nachteile dargelegt werden und dann entsprechend gehandelt werden.

Frage: Wie groß ist der Platzverbrauch eines Windrades?

Antwort: Nun, für das Fundament reichen ca. 200 m2 . Für die Größe des Windrades gilt folgende Faustformel: Je 100 kW zu installierende Leistung benötigt man 1 ha. Hat man beispielsweise 20 ha zur Verfügung kann man Windkraftanlagen mit 2000 kW zu installierende Leistung aufstellen. Dies kann mit nur einer Windkraftanlage oder auch mit vier geschehen, es ist aber zu berücksichtigen, dass sich die Windkraftanlagen nicht gegenseitig stören.

Als Beispiel: Jedes Windrad des Windparks bei Creußen hat eine installierte Leistung von 1500 kW bei einer Nabenhöhe (Stelle, an der die Flügel anmontiert sind) von rund 108 m und einem Rotordurchmesser von 82 m. Es erzeugt 3,25 Mio. kWh Strom im Jahr.

Frage: Was kostet eine Windkraftanlage?

Antwort: Als grobe Faustformel gilt: pro kW Leistung ca. 1000 €, d.h. eine Windkraftanlage mit 1500 kW kostet ca. 1,5 Mio.€. Es stellt sich Frage, ob große Finanzierungsvolumen wie beispielsweise in Pegnitz Nord-West als Bürgerwindpark zu finanzieren sind.

Frage: Wie kann so etwas finanziert werden und rentiert es sich?

Antwort: In Pegnitz plant die Firma Ostwind aus Regensburg einen Windpark mit sechs 3 MW Windkraftanlagen, die dann bis zu 40 Mio. kWh Strom erzeugen sollen. Als Bürgerbeteiligung sind ca. 25 % der Investitionsumme von ca. 30 Mio € vorgesehen, also ca. 7,5 Mio. € Windkraftanlagen rentieren sich vorsichtig gerechnet mit 4-6 % Rendite pro Jahr über eine Laufzeit von 20 Jahren. Vergleicht man die Zinsen einer festverzinslichen Geldanlage mit der Rendite einer vorsichtig kalkulierten Windkraftanlage, so ist es durchaus lukrativ Geld in einem (Bürger)-windparkobjekt anzulegen.

Hier ist die Fantasie und Einsatzbereitschaft der Kommune sowie anderer Geldgeber (Banken)in Verbindung mit dem Projektentwicker Ostwind gefordert, da als Bürgerwindpark die zu investierende Summe von ca. 30 Mio. € nicht aufzubringen sein wird.

Was gibt es schöneres zu sehen, als wenn ein Anlageobjekt in der Heimat eine gute Rendite abwirft, frei nach dem Motto: „Dreht sich das Windrad, gibt es Geld auf dem Konto!“ Und das Geld bleibt in der Region.

Frage: Wo sind die Grenzen der Windkraft im Binnenland zu sehen?

Antwort: Zum einen sind die Grenzen in der Verfügbarkeit des Windes zu sehen. Wir haben bei uns ca. 3600 Stunden im Jahr in denen nutzbarer Wind weht. Durch technische Verbesserungen ( Repowering) meint die Industrie auf bis zu 4200 Stunden im Jahr zu kommen. Das Jahr hat aber 8760 Stunden. Zum anderen begrenzt sich der Ausbau der Windkraft von selbst, da die Anzahl der Aufstellungsmöglichkeiten im Binnenland(onshore) und auch im küstennahen Bereich (offshore) natürlicherweise begrenzt sind.

Die Musterkalkulationen von Windparks sind kritisch zu hinterfragen, da sich beispielsweise die Frage stellt, ob so ein Windrad 20 Jahre durchhält ohne Ersatzinvestitionen oder ob die Subvention für die Einspeisevergütung 20 Jahre lang bezahlt wird.

Folglich brauchen wir eine Energiegewinnungsmöglichkeit, die uns für die Zeit der Windstille Energie erzeugt. Hier bietet sich im ländlichen Raum Biomasse an, die uns ca. 7000 Stunden im Jahr, bei geschickten Einsatz rund um die Uhr Energie zu Verfügung stellt.PV ist eine sehr teuere und ineffektive Energieerzeugungsmöglichkeit, da wir nur ca. 2000 Sonnenstunden im Jahr haben.

Das Hauptproblem bei Wind und PV ist die mangelnde Speicherfähigkeit des erzeugten Stromes (Stichwort: Grundlastfähigkeit). Strom ist in großen Mengen nicht zu speichern, er muss immer dann erzeugt werden, wenn er verbraucht wird. Es ist ein dringender Ausbau des Stromnetzes nötig, der sehr oft auf Ablehnung bei den betroffenen Bürgern stößt und wenn das nicht geht, dann ist eben eine dezentral organisierte Energiebereitstellung zu entwickeln.

Fazit: Windkrafträder sind grundsätzlich ein Baustein im Szenario Energiewende. Es ist aber ein kleiner Baustein, da mittels Windkraft nur gut 6% des Strombedarfes gedeckt werden.Der Ertrag aus Nutzung der Windkraft rechtfertig –wenn auch mit Bedenken- die eingesetzten Mittel im Bereich der Subventionen verschiedener Art. Die Subventionen sind hoch, aber deutlich niedriger als bei PV. Aufgrund der Ausgangslage bei uns (Mittelgebirgslage mit nutzbarem Wind und dünne Besiedelung) sind Windkraftanlagen eine Chance im Szenario Energiewende. Die Wertschöpfungskette findet im ländlichen Raum statt. Die Einsatzmöglichkeiten sind auf natürliche Weise begrenzt.


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